Salzkammergut / Ausseerland Magazin

Plättenfahrt Altaussee

 

Plättenfahrt auf dem Altaussee

Herrlicher Sonnenschein, ein spiegelglatter Altausseer See, ein unvergleichlicher Blick auf den Dachstein, ein Sektglas in der Hand, Herz, was willst Du mehr? Jetzt fehlt gerade noch, dass Herr Stocker einen Jodler anstimmt, aber das wäre dann wirklich zu kitschig. Obwohl ich ihm einen Jodler schon zutrauen täte. Die Plätte gleitet ruhig dahin. Mit einem Ohr lausche ich dem leisen Plätschern des Wassers, wenn das Ruder den See berührt, und mit dem anderen den Geschichten und Anekdoten, die Herr Stocker vom Ausseerland zu berichten weiß.

 

Altaussee Plättenfahrt

 

Unter anderem erzählt er, warum die Saiblinge im Grundlsee früher den Habsburgern (heute den Bundesforsten) gehörten, die im Altausseersee blieben jedoch in privater Hand der Fischer. Die Altausseer Fischer erklärten den hohen Beamten aus Wien, dass der See leer gefischt wäre. Bei der anschließenden Kontrolle besuchte man Plätze am See, wo sich der Saibling garantiert nicht aufhielt und führte so die Beamten in die Irre.

 

Saibling im Salzkammergut

 

Heute teilen sich neun Familien das Fischereirecht. Wie anno dazumal werden abends die Netze im See ausgelegt und morgens wieder eingeholt. Unterwegs sind die Fischer mit der Plätte, so wie ich im Moment. Es gibt eine eigene Rudertechnik, ähnlich den Gondoliere in Venedig, um die flachen Boote aus Lärchen- und Fichtenholz über den See zu befördern, ansonsten rudert man im Kreis. Ich habe es ausprobiert, man rudert wirklich im Kreis!

 

Altaussee Bootsfahrt

 

Für die Fischer ist der See ein Arbeitsplatz, für Maler, Literaten und Komponisten war und ist er Arbeitsplatz und Inspirationsquelle zugleich. So vergleicht Raoul Auernheimer „den schwarzen See mit einem riesigen Tintenfass, in das die im Kreise herumsitzenden Dichter ihre Federkiele tauchten“. Wer mehr über die Künstler in Altaussee wissen möchte, spaziert die Via Artis entlang. Fünf Stationen umfasst der Weg, und führt an den Villen und Wirkungsstätten Friedrich Torbergs, Jakob Wassermanns und Johannes Brahms vorbei.

 

Künstler am See

 

Und wer dann noch nicht genug hat von der Ausseerlandschaft, umrundet zu Fuß den Ausseersee. Ich bin die 7 km frühmorgens gelaufen, als sich der Nebel über den See lichtete und einen fantastischen Blick auf den Dachstein, die Trisselwand und den Loser freilegte. Immer wieder musste ich stehen bleiben und fotografieren und dann kamen mir die Worte von Nikolaus Lenau in den Sinn: „Aussee bleibt mir das Schönste“.

 

Wanderung am Altaussee

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun Krinzinger

Hui, das wackelt. Auf den ersten Blick schaut so eine Plätte nicht besonders vertrauenserweckend aus. Doch mit etwas Balance gelingt es dann doch, dass jeder in der Runde einen Platz findet und sich wohl fühlt. Und nach einer Stunde auf dem wunderschönen Ausseersee sind wir alle hin- und weg geplättet.

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