Wien Magazin

Karlskirche

 

Best of Wien

Meine Wege sind meistens die gleichen: Rein in die U 4, aussteigen Karlplatz, vorbei an der immer wieder anders dreinblickenden Karlskirche (meine Lieblingskirche in Wien), rein ins Büro, raus aus dem Büro, rein in die U4, ab nach Hause. Seit 22 Jahren lebe ich in dieser Stadt. Fahre U-Bahn, Straßenbahn und Bus, kaufe am Samstag am Naschmarkt mein Gemüse, gehe in meine Lieblingskinos (Votiv und Filmcasino) und besuche ab und an Ausstellungen im Belvedere, in der Albertina und im Kunsthistorischen Museum.

Ich laufe gedankenlos vorbei am Musikverein, an der Oper, am Stephansdom, am MQ, an der Votivkirche. Diese Sehenswürdigkeiten sind mir so vertraut, dass ich sie kaum mehr würdige. Aber was wäre wenn? Wenn ich mir die Kamera schnappen würde und ich mich einen Tag als Touristin fühlen würde in meiner Heimatstadt?

 

Wien Sehenswürdigkeiten

 

Stephansdom

Streng genommen heißt er „Domkirche St.Stephan zu Wien“, von den Wienern wird er liebevoll „Steffl“ genannt. Er, der im Zentrum des Stadt Wien steht, ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Sein auffälligstes Merkmal ist, dass ein Turm fehlt. Also nicht wirklich fehlt, aber der Bau des Nordturms wurde 1523 auf halber Höhe eingestellt. Er ist also schon ein alter Herr, unser Steffl. Mit dem Bau einer romanischen Kirche wurde bereits 1147 begonnen. Da ist es auch kein Wunder, dass ständig irgendein Teil wegen Renovierungsarbeiten eingezäunt ist.

 

Stephansdom in Wien

 

Da wirklich jeder Tourist den Stephansdom besucht, geht es im Inneren manchmal zu wie in einem Bahnhof. Am schönsten ist es den Dom am frühen Morgen oder am Abend zu besuchen. Die Katakomben und der Domschatz sind dann zwar nicht zu besichtigen, weil schon geschlossen, aber den Meister Pilgram kann man auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Der Baumeister und Bildhauer hat sich in der Domkanzel selbst verewigt.

Um Wien von oben zu betrachten hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man fährt mit dem Aufzug auf den bereits erwähnten Nordturm und bestaunt die 21 Tonnen schwere Pummerin, die jedes Jahr zu Silvester das neue Jahr einläutet, oder man steigt die 343 Stufen auf den Südturm und hat damit den dritthöchsten Kirchturm Europas erklommen.

 

Stephansdom

 

Riesenrad

Hoch hinaus geht es im Wiener Prater. Natürlich sind manche Attraktionen noch höher, aber es hat halt Kultcharakter: Das Wiener Riesenrad. Traditionell gehe ich jedes Jahr einmal durch den Wiener Prater und fahre eine Runde mit dem Riesenrad. Es ist etwas Besonderes in eine der 15 Gondeln einzusteigen und langsam emporzuschweben. Immer wieder wird eine Pause eingelegt. So hat man Zeit Fotos zu machen und die Gebäude zu betrachten, die langsam auftauchen. Ah, da drüben ist der Donauturm, der DC Tower ist auch schon fertig und der Steffl, der sieht plötzlich urklein aus!

 

Riesenrad in Wien

 

Das Belvedere

Mit dem Belvedere verbinde ich schöne Erinnerungen an bestimmte Ausstellungsbesuche. Zum Beispiel habe ich hier die berühmten Seerosenbilder vom Monet betrachtet. Das ist aber schon viele, viele Jahre her. Viel öfter als in die beiden für Prinz Eugen gebauten Palais (Oberes und Unteres Belvedere) spaziere ich durch den schönen Park.

 

Schloss Belvedere in Wien

 

Wiener Kaffeehaus

Ich will nicht sagen, ich kenne sie alle, aber ich kenne sehr viele Wiener Kaffeehäuser. Und ob Bräunerhof oder Café am Schwarzenbergplatz, Tirolerhof oder Café Central, die Melange und die Sachertorte schmecken überall anders. Aber gut!

 

Wiener Kaffeehaus

 

Schönbrunn

Wer hilft mir nachzählen? Hat dieses Schloss wirklich 1441 Zimmer? Das Schloss Schönbrunn ist und bleibt ein Schloss der Superlative. Es ist ja auch die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Österreich. Aber alles verteilt sich auf einen 160 ha großen Park mit Tiergarten, Palmenhaus, japanischen Garten, Irrgarten, römischer Ruine, einem Schwimmbad, der Gloriette, vielen Brunnen und unzähligen Parkbänken. Dieses Reich wird bewacht von vielen, vielen Eichkätzchen, die zwischen den Alleen hin- und herhuschen.

Ich bin oft da, aber sogar mir fehlt so manche Sehenswürdigkeit, die ich in dem Riesenpark noch nicht besucht habe, zum Beispiel die Wagenburg, die in einem Seitentrakt des Schlosses untergebracht ist.

Zweimal im Jahr findet man mich auf jeden Fall vor dem Schloss, einmal im Frühling und einmal im Winter. Sowohl zur Oster- als auch zur Adventzeit finde ich hier nämlich zwei sehr schöne Märkte vor, die ich wirklich jedes Jahr besuche. Den Christkindlmarkt ein bisschen öfter, aber die Atmosphäre ist wirklich wunderschön. Die darf man sich nicht entgehen lassen.

 

Schloss Schönbrunn

 

Zentralfriedhof

Weltberühmt ist es nicht, das Lied „Es lebe der Zentralfriedhof“ von Wolfgang Ambros, aber   in Österreich kennt es jeder. Das Lied wurde 1975 komponiert, da war der Friedhof schon 101 Jahr alt. Besonders imposant ist die im Jugendstil erbaute Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus.

 

Zentralfriedhof in Wien

 

Ein Besuch bei den Ehrengräbern darf auch nicht fehlen. Das am häufigsten besuchte Grab ist das von Wolfgang Amadeus Mozart. Dabei wurde der Komponist nicht hier begraben, sondern auf dem Sankt Marxer Friedhof. Doch dass scheint die vielen Touristen nicht zu stören. Ein oft besuchtes Grab aus der jüngeren Zeit stammt ebenfalls von einem Musiker. Der Grabstein auf Falco’s Grab ist aber auch wirklich sehr auffällig.

Wer es ruhiger mag, spaziert durch den jüdischen Teil des Friedhofs. Früh morgens werden hier oftmals Rehe gesichtet. Das habe ich leider noch nie selbst erleben dürfen.

 

Zentralfriedhof

 

Die Alte Donau

Wie viele Stunden ich an oder besser gesagt auf der Alten Donau verbracht habe? Keine Ahnung! Es werden jedes Jahr mehr. Es ist so einfach dem Trubel und der Hektik der Stadt zu entfliehen. Rein in die U1, raus an der U-Bahn Station Alte Donau, die Bootsvermietung wartet schon! Tret-, Ruder- und Elektroboote stehen zur Auswahl. Ist es sommerlich heiß, tut eine Abkühlung Not und man springt direkt vom Boot aus ins Wasser.

Hier präsentiert sich Wien von einer ganz anderen Seite. Also auf nach Wien!

 

Alte Donau in Wien

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun Krinzinger

Es ist so einfach dem Trubel und der Hektik der Stadt zu entfliehen. Rein in die U1, raus an der U-Bahn Station Alte Donau, die Bootsvermietung wartet schon! Tret-, Ruder- und Elektroboote stehen zur Auswahl.

Hier präsentiert sich Wien von einer ganz anderen Seite.

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