Bodensee Magazin

Bregenz

Bregenz – Zwischen Pfänder und Bodensee

Vietnam, Taiwan oder gar Südkorea. In diesen fernen Ländern war ich schon unterwegs. Doch Vorarlberg, Österreichs westlichstes Bundesland hinter dem Arlberg (weswegen es eigentlich »Hinterarlberg« heißen müsste), war mir immer irgendwie zu weit weg gewesen. Bis letzten Sommer. Da besuchte ich im Rahmen einer Blogger-Reise die Landeshauptstadt Bregenz, und setzte somit das erste Mal meinen Fuß (also, eigentlich eh alle beide) auf Vorarlbergs Boden.

 

Bodensee Seepromenade

 

Was soll ich sagen? Es hat sich ausgezahlt. Es war ein schönes Sommerwochenende mit schönem Wetter in einer schönen Gegend. Besonders seine Lage gefiel mir als Naturfreund und Aktivitätsurlauber ausgesprochen gut: auf der einen Seite der Bodensee, auf der anderen der Hausberg Pfänder, auf den eine Gondelbahn (die Pfänderbahn) führt und Ausflügler in Windeseile auf den Gipfel bringt. Doch auch Städteliebhaber und Kulturfreaks kommen auf ihre Kosten. Begeben wir uns also auf einen Streifzug durch diese kleine große, 30.000 Einwohner zählende Gemeinde.

 

Seepromenade am Bodensee

An einem warmen Sommertag oder lauen Sommerabend an der Seepromenade entlang flanieren, ist irgendwie lässig. Ausflugs- und Linienboote verkehren auf dem See und verbinden Österreich, Deutschland und die Schweiz in diesem Dreiländereck, in dem die Grenzen flüssig sind (bei philosophischer Betrachtung sogar überflüssig). Wer will, kann mit dem Schiff in der Bregenzer Bucht herumschippern oder einen mehrtägigen Ausflug in der Region unternehmen.

 

Schifffahrt am Bodensee

 

Die Blumeninsel Mainau oder das kleine Städtchen Lindau mit dem markanten Hafen sind alle auf dem Wasserweg erreichbar. Dann liegt da noch die Festspielbühne vor Anker, welche nicht nur für Klassik-Aufführungen genutzt wird, sondern auch für Musik-Konzerte. Zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts trat beispielsweise der Rapper und Möchtegern-Panda Cro auf.

 

Bregenzer Festspiele



Apropos Musik. Im Sommer veranstaltet Bregenz am Kornmarkt ein Open Air Jazz Festival, bei dem man abends ganz entspannt bei einem Getränk im Freien sitzt und den Klängen lauscht. Der Besuch ist kostenlos. Auch in der Nähe des Sees locken viele Lokale mit Sitzmöglichkeiten im Schanigarten – ein Angebot, das von den Einheimischen und Gästen gleichermaßen gerne angenommen wird. Im Winter können Sie auch im Freien sitzen, doch sollten Sie frostresistent sein. Obwohl gerade die westlichen Bundesländer des Öfteren vom warmen Föhnwind profitieren.

 

Bregenz Gastgarten

Ich erwähnte eingangs den Pfänder. Im Prinzip ist es möglich, vom Stadtzentrum aus zum Berg zu gehen, hinaufzusteigen (oder die Seilbahn zu nehmen), auf seinem Rücken entlang zu wandern (was er Ihnen nicht nur nicht übel nimmt, sondern sogar mit tollen Blicken auf den See belohnt), bis man den Gebhardsberg erreicht.

 

Pfänderspitze

 

Dort rastet man in den Gemäuern der Burg oder speist auf der Terrasse des Burgrestaurants, bevor man sich zurück auf den Weg in die Stadt aufmacht.

 

Pfänder Ausblick

 

Auf dem Weg erblickt man die Oberstadt (die historische Altstadt) aus einer interessanten Perspektive, die augenscheinlich macht, warum man von der »Oberstadt« spricht. Sie liegt nämlich wirklich höher als der neue Teil am Seeufer.

Die Oberstadt gehört besucht. So hoch oben liegt sie ja wirklich nicht. Selbst wer den Pfänder nur mit Hilfe der Gondel bezwingt, erreicht die Oberstadt auf eigene Faust auch ohne Sherpas. Ihr Wahrzeichen ist der Martinsturm, ein ehemaliger Getreidespeicher, der 1601 zu jenem Gebäude ausgebaut wurde, das er heute ist (ein Museum).

Ganz allerliebst sind die urigen Steinhäuser auf dem Plateau, an deren Gemäuer sich prächtige Rosen empor ranken. Vom Martinsturm hat man übrigens einen sehr schönen Ausblick über Bregenz und den Bodensee.

 

Bregenz Oberstadt

 

Wie anderenorts auch, kann man den See zum Baden benutzen. Wer den urbanen Bereich nicht verlassen möchte, legt sich gut geölt ins Seebad gleich neben der Festspielbühne. Wen der Ruf nach der weiten Welt ereilt, der findet entlang des Seeufers in Richtung Ache Naturbadeplätze in Hülle und Fülle (eine Beschreibung, die auch auf manche Badegäste zutrifft).

Sportliche joggen diese Strecke bis zur Ache und zurück (ja, ich weiß, das ist kein Marathon, aber – hey – ich sagte ja auch »Sportliche«, und nicht Extremsportler). Man könnte also ein bisschen joggen, ins Wasser springen, um den Schweiß abzuwaschen, um anschließend auf dem Rückweg das restliche Wasser wieder durch Schweiß zu verdrängen. Aber ohne Fleiß kein Schweiß ... äh, Preis.

 

Bodensee in Vorarlberg



Einen hohen Bekanntheitsgrad hat auch das Casino Bregenz, welches unmittelbar vis-a-vis der Festspielbühne am Seeufer liegt und zu den Casinos Austria gehört. »Laster«, »Sündenpfuhl«, höre ich Sie jetzt rufen, doch was ich nicht wusste (ja, ich habe es betreten), ist, dass es so etwas wie einen Verhaltenscodex gibt, einen »Casino-Knigge« quasi.

Natürlich sollen die Gäste mehr Geld dort lassen, als sie mit Hause nehmen (das ist der Sinn der Sache, zumindest für die Betreiber), doch wer allzu hemmungslos zockt, muss erst einmal beweisen, dass er auch mit der nötigen »Marie« ausgestattet ist.

 

Casino Bregenz
(gestellte Aufnahme)

 

Dabei spielt der persönliche, finanzielle Hintergrund eine Rolle. Verspiele ich etwa 1000 Euro, werde ich bereits schief angeschaut. Handelt es sich um Billy Gates, nimmt man wohl an, er habe sich gerade erst warm gespielt. Auch kommt man nicht ohne Ausweis hinein, und Minderjährige sowieso nicht. Übrigens, ich habe ein Vermögen beim Roulette gewonnen. Ganze 70 Euro!

 

Casino Bregenz Jetons(gestellte Aufnahme)

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Text und Fotos: Albert Karsai

Albert KarsaiBesonders die Lage von Bregenz gefiel mir als Naturfreund und Aktivitätsurlauber ausgesprochen gut.

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