Innsbruck und seine Feriendörfer Magazin

Innsbruck

 

Innsbruck, ich muss Dich lassen

Das einzige was ich von Innsbruck kannte, war das Lied „Innsbruck, ich muss Dich lassen“. Warum wir dieses Lied, komponiert von dem aus Flandern stammenden Heinrich Isaac, in der Hauptschule lernten? Ich weiß es nicht mehr. Innsbruck war für mich als Oberösterreicherin viele Zugstunden weit weg. Zweimal war ich als Kind auf Verwandtenbesuch in der Stadt und kann mich nur mehr an wenig erinnern.

Die „Schwarzmanderkirche“ - eigentlich heißt sie ja Hofkirche -  beeindruckte mich tief. Neben diesen riesigen schwarzen Bronzefiguren, die die Vorfahren Kaiser Maximilians I. darstellen und sein Grab bewachen,  kam ich mir ganz klein vor und ein bisschen gefürchtet habe ich mich auch.

 

Hofkirche in Innsbruck

 

Heute fürchte ich mich nicht mehr, aber sie sehen noch immer sehr imposant aus. Gestaltet wurden die Figuren von den bedeutendsten Künstlern der damaligen Zeit. Sogar Albrecht Dürer arbeitete an den Entwürfen für die Figuren mit. Dass in der Galerie der Schwarzmander – also eigentlich „schwarze Männer“ auch Frauen vertreten sind, fällt mir erst heute auf. Neben seinen beiden Ehefrauen, Maria von Burgund und Maria Bianca Sforza, landeten auch Maximilians Großmutter und seine Tochter in der Ahnengalerie.

Und noch eine Besonderheit gibt es zu diesem Grabmal zu sagen, das als das eindruckvollste Kaisergrab Europas gilt: Es ist leer! Kaiser Maximilian I. starb in Wels und verfügte noch vor seinem Tod, dass er in Wiener Neustadt begraben werden sollte. Die Bronzefiguren waren für die Kapelle in der Neustädter Burg zu schwer und wurden erst viel später nach Innsbruck gebracht und in der Hofkirche aufgestellt.

 

Schwarzmanderkirche in Innsbruck

 

Diese Geschichte wird in einer Art Multimediashow in einigen Räumen des Volkskundemuseums dargestellt. Wer also auf unterhaltsame Weise mehr über das Leben und Wirken und der damaligen politischen Situation des Kaisers erfahren möchte, sollte sich unbedingt die Ausstellung ansehen. Ich fand sie sehr interessant.

 

Volkskundemuseum in Innbruck

 

Das Wahrzeichen der Stadt Innsbruck ist ebenfalls mit Kaiser Maximilian I. verbunden. Er war es, der das Goldene Dachl erschaffen lies. Anlässlich seiner Hochzeit mit Bianca Maria Sforza aus Mailand lies Maximilian nicht nur einen Erker an einem prunkvollen Haus errichten, sondern auch das Dach mit feuervergoldeten Kupferschindeln einkleiden.

Angeblich sind es genau 2657 Schindeln, die das Wahrzeichen der Stadt Innsbruck schmücken! Ich habe es nicht nachgezählt, aber es sollte einem unbedingt gelingen, bei schönem Wetter einen Blick auf das Goldene Dachl zu bekommen, denn dann leuchtet das Dach wirklich sehr, sehr prächtig!

 

Goldenes Dachl in Innsbruck

 

Einen prächtigen Blick auf die Stadt Innsbruck hat man, wenn man mit der Nordkettenbahn die Berge, die Innsbruck umschließen, auf gemütliche Art und Weise erzwingt. Zuerst geht es mit der Hungerburgbahn (die Stationen wurden von der Stararchitektin Zaha Hadid für die neue Streckenführung 2007 entworfen) auf die sogenannte Hungerburg.

Schon von her aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Aber ich will noch höher hinaus. Mit der Seegrubenbahn, einer Seilschwebebahn, geht es weiter zur Seegrube. Hier, auf 1905 m, pfeift der Wind schon ganz ordentlich. Innsbruck liegt wie auf einem Serviertablett vor mir. Die Stubaier und Zillertaler Alpen lassen sich bewundern.

 

Seilbahn auf die Nordkette

 

Aber es reicht mir noch nicht, ich will noch höher hinaus. Die Hafelekarbahn bringt mich auf 2256 Höhenmeter. Hier liegt Schnee. Kinder tollen ausgelassen umher und haben eine Freude an der weißen Pracht. Meine Freude währt nur kurz, denn es ist ganz schön frisch da heroben.

Aber jetzt verstehe ich auch, warum die Tiroler und Innsbrucker so gute Skifahrer und Bergsteiger sind. Wenn man die Berge so nah hat und vom Stadtzentrum nur 20 Minuten in ein Wander- oder Skigebiet braucht, bieten sich Wandern und Skifahren geradezu als Hobby an.

 

Nordkette Innsbruck

 

Innsbruck hat noch ein weitere Attraktion für Sportbegeisterte zu bieten – die Bergisel Sprungschanze. Leider geht sich eine Besichtigung für mich nicht mehr aus. Der Blick von oben auf die Stadt Innsbruck ist sicherlich ebenfalls fantastisch. So muss ich wenigstens die Stadt wieder einmal besuchen. Denn Sprungschanze, Schloss Ambras und das Tirol Panorama stehen noch auf meiner Besichtigungsliste. Aber für heute heißt es: Innsbruck, ich muss dich lassen.

 

Berg Isel in Innsbruck

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Innsbruck, ich muss Dich lassen

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun Krinzinger

Einen prächtigen Blick auf die Stadt Innsbruck hat man, wenn man mit der Nordkettenbahn die Berge, die Innsbruck umschließen, auf gemütliche Art und Weise erzwingt.

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