West- und Südsteiermark Magazin

Moor in Schwanberg

 

Moor zum Angreifen

„Auf der Ölspur“ – solcherart findet man zahlreiche Schilder an den Straßenecken, aber auch ein Radweg nennt sich so - hier in der Südweststeiermark, der Region rund um Stainz, Deutschlandsberg und Leibnitz. Und es geht beileibe nicht um Kraft strotzende Boliden, sondern ums Essen. Um das steirische Kürbiskernöl, das hier nahe der slowenischen Grenze produziert, vermarktet, verkauft und verkostet wird.

Warum sollte man die Gegend hier außerdem noch kennen? Wegen des Schilchers und wegen des Moorheilbads in Schwanberg. Genau deswegen bin ich hier: Um mir und meinen Bandscheiben mit dem hiesigen Moor etwas Gutes zu tun.

Wenn ich das eine oder andere Mal eine lokale Köstlichkeit von Kürbis über Kürbiskernöl und Kürbiskernen über deftige Leberaufstrichbrote bis hin zum Schilcher verkosten „muss“, bin ich aber auch nicht böse und meine Gesundheit wird´s mir danken. Soweit der Plan, als ich zum ersten Mal in meinem Leben das kleine weststeirische Städtchen Schwanberg besuche.

 

Kloster und Josefikirche

 

Gleich neben meiner Kuranstalt liegt das schöne Kapuzinerkloster und von überall hat man den Blick auf die hoch über dem Ort thronende Josefikirche. Wer neben seinen Moor-Behandlungen Muße hat, durch den Ort zu strawanzen, zu walken oder zu radeln, wird an jeder Ecke kleine Besonderheiten entdecken – wie etwa das Greißlermuseum oder die Lebensschmiede – eine tolle Galerie in einer wunderbar restaurierten Schmiede.

Aber zurück zum eigentlichen Grund meines Aufenthalts im Moorheilbad Schwanberg im schönen Schilcherland – dem Moor. Das Moor, in dem regelmäßig für die Kurgäste „frisch gestochen“ wird, liegt im wohlklingenden Örtchen Garanas, auf 1300 m und ist damit das höchstgelegene Moor Österreichs. Da mich  interessiert, was hier tagein und tagaus in heißen Platten auf meinen Rücken gepappt wird, mache ich den Ausflug und die Führung nach Garanas nur zu gern mit.

 

Moor zum Angreifen

 

Sage und schreibe 6 Meter tief – oder hoch – ist hier das Moor aufgetürmt und zwar voller hochwirksamer Wirkstoffe aus den letzten 6000 Jahren. Verblüffend, dass sich Pflanzen und Pollen, Gräser, Samen und alle möglichen Heilkräuter hier im Moor Jahrtausende lang sammeln, nur damit ich mich dann im heißen Schlammbad räkeln kann.

Aber es hat hier schon alles seine Richtigkeit, erzählt uns unser Begleiter – muss es auch haben, denn der hiesige Torf und das Moor müssen sehr vielen gesetzlichen Ansprüchen genügen, um auf die Körper der Kurgäste gelangen zu dürfen. Und das tun sie, das wird regelmäßig offiziell überprüft.

 

Ausblick auf Schwanberg

 

Hier in Schwanberg kann man im Moor baden und sich Moorpackungen geben lassen. Ich habe aber auch schon mal andernorts einen Moor-Drink genossen. Genossen habe ich auch, bei der einen oder anderen E-Bike Tour entlang der Ölspur, den hiesigen Schilcher zu verkosten. Ein E-Bike empfiehlt sich in jedem Falle, denn Kurgäste sollen sich schließlich nicht sinnlos überanstrengen, sondern sich erholen.

Die ausgeschilderten Radstrecken haben aber allesamt so ihre Steigungen durch die Wein- und Riedenlandschaft aufzuweisen, sodass ein E-Bike eine wohltuende Alternative ist. Auch will man ja nicht vollkommen verausgabt bei der Buschenschank ankommen...

 

Wandern in Schwanberg

 

Der Schilcher wird aus der Blauen Wildbacher Traube gewonnen und ist in der Weststeiermark eine starke Marke – neben der Sache mit dem Kürbis. Jede Buschenschank hat entweder eine eigene Ölmühle oder einen Verkaufsschauraum mit eigenen Produkten angeschlossen - um nahrhafte Einkäufe für die Daheim Gebliebenen zu tätigen oder um sich den Kuralltag ein wenig aufzupeppen.

 

Schwanberg mit der Josefikirche

 

Der Kürbis hat ab August Saison – der Schilcher eigentlich immer, sofern er nicht mit „ausgetrunken“ auf der Menükarte in der Buschenschank verzeichnet ist. Falls es soweit kommt, kann man sich dann wieder mit einer heißen Moorpackung trösten. Beides vermag hier in der Weststeiermark Linderung zu bringen.

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Moor zum Angreifen

Text und Fotos: Angelika Mandler-Saul

Angelika Mandler-Saul

Warum ich in Schwanberg bin? Um mir und meinen Bandscheiben mit dem hiesigen Moor etwas Gutes zu tun und wenn ich das eine oder andere Mal eine lokale Köstlichkeit vom Kürbiskernöl und Kürbiskernen über deftige Leberaufstrichbrote bis hin zum Schilcher verkosten „muss“, bin ich auch nicht böse.

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