Salzkammergut / Ausseerland Magazin

Salz - das weiße Gold

 

Salzbergwerk in Altaussee - das "weiße Gold"

Alles über das „weiße Gold“ lernt man im Salzbergwerk in Altaussee. Hier wird Salz seit über 850 Jahren abgebaut. Der Salzabbau prägte den Lauf der Geschichte im Ausseerland, denn die meisten Ausseer arbeiteten in oder für das Salzbergwerk.

 

Steinberghaus Salzbergwerk

 

Der Eingang in das Salzbergwerk in Altaussee ist im sogenannten Steinberghaus. Gleich dahinter beginnt der Steinbergstollen, der im Jahre 1319 „angeschlagen“ wurde. Durch diesen Stollen gelangt man ins Bergwerk. Doch zuerst werde ich mit Schutzkleidung ausgestattet. Diese übergroße weiße Jacke und Hose schützt meine Kleidung und dient als Sicherheit beim Rutschen. Rutschen? Ja, richtig gehört! Im Salzbergwerk wird auch gerutscht. Doch dazu später.

 

Altaussee Salzbergwerk

 

Zuallererst wird ein kurzer Film über die Salzgewinnung gezeigt und dann die große Türe in den Stollen geöffnet. Es ist kühl. Die durchschnittliche Temperatur beträgt zwischen 7und 10 Grad. Zum Glück habe ich eine warme Jacke und feste Schuhe angezogen.

Scheinbar endlose Gänge führen immer weiter in den Berg hinein. Schon nach 300 Metern erreichen wir die Salzgrenze. Die marmorierten Wände links und rechts von mir schimmern.

Es geht vorbei am „Schurf der heimlichen Wünsche“ und am „Stollen der Sehnsucht“. Schließlich landen wir vor einem riesigen Broken Salzgestein. Die Karte dahinter erklärt die geologischen Besonderheiten des Steinberges.

 

Barbarakapelle Salzbergwerk

 

Da die heilige Barbara als Heilige der Bergleute gilt, bauten ihr diese im Altausseer Bergwerk eine Kapelle aus reinem Salzstein. Seit 1935 besteht die „Barbarakapelle“. Das hinter der Kapelle angebrachte Licht bringt die Salzsteine besonders schön zum Leuchten.

Eine andere Besonderheit gibt es nur ein paar Meter entfernt zu sehen und zwar leere Räume. Hier lagerten während des zweiten Weltkriegs die wertvollsten Kunstschätze aus vielen Wiener Museen, aber auch Raubkunst. Die Nazionalsozialisten versteckten in den Stollen die berühmten Gemälde und Skulpturen, unter anderem Dürers Hase, Michelangelos Brügger Madonna und den Genter Altar.

 

Ausseerland Salzbergwerk

 

Kurz vor Ende des Krieges sollten die Stollen gesprengt und die Kunstschätze zerstört werden. Man fürchtete, die wertvollen Gemälde würden den heranrückenden Amerikanern in die Hände fallen. Die Bergleute waren gegen die Sprengung und retteten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Kunstwerke. Eine beeindruckende Leistung!

 

Rutsche im Salzbergwerk

 

Endlich geht’s an Rutschen! Unsere Gruppe bekommt erklärt, wie es funktioniert: Beine ausstrecken und ja nicht bremsen, und hui, schon geht’s bergab, und zwar in ziemlichen Tempo. Eine zweite Rutsche gibt es noch zu bewältigen und dann stehen wir vor der nächsten Attraktion, dem Salzsee.

Eine mystische Stimmung kommt auf. Aus sicherheitstechnischen Gründen darf die Bühne direkt auf dem Salzsee nicht mehr benutzt werden (der Fluchtweg ins Freie wäre zu lang), aber für die Besucher der Salzwelten hat man sich eine kurze und sehr beeindruckende Inszenierung einfallen lassen.

 

Lasershow im Salzbergwerk

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun Krinzinger

Noch immer habe ich den Werbeslogan "Unser Salz, Gott erhalts" im Ohr. Wie und wo in Österreich Salz abgebaut wurde und was es mit dieser jahrhundertelangen Tradition auf sich hat, erfahre ich im Salzbergwerk Altaussee. Doch zuerst heißt es in ein weißes Schutzgewand schlüpfen.

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