Gasteinertal Magazin

Höhenweg Bad Gastein

 

Auf Kur in Bad Gastein - Der Gasteiner Heilstollen

Kaiserin Sisi hat es getan, Hans Moser und Theo Lingen ebenso und der Schah aus Persien. Beethoven, Schubert, Mozart und Grillparzer waren auch schon da. Sie alle fuhren nach Bad Gastein, um sich auzukurieren und das berühmte Gasteiner Heil- und Thermalwasser zu genießen.

Bad Gastein hat zwar mittlerweile den Touch des noblen, kaiserlichen Kurorts eingebüßt, aber immer noch suchen die Kurgäste Heilung durch das Radium hältige Thermalwasser. Und das quillt dampfend nicht nur aus vielen Quellen, sondern brodelt auch unterirdisch im Gasteiner Heilstollen.

Weltweit einzigartig ist hier drinnen im Stollen deshalb diese Kombination aus radonhältiger Luft, dem Wasserdampf und der Hitze im Heilstollen in Böckstein bei Bad Gastein. Bei Rheuma, COPD, Allergien und Psoriasis soll der Heilstollen quasi Wunder wirken – und das ist wissenschaftlich belegt. Neun Mal darf ich gemäß meiner Verordnung während der Kur in den Heilstollen „einfahren“.

 

Gasteiner Heilstollen

 

Neu renoviert und mit modernem Zubau präsentiert sich das Heilstollengebäude, meine erste Einfahrt ist bereits um 8 Uhr und ich wähle mir am Computer „meinen“ Stollen selbst aus.

Hinauf zur Wäscheausgabe, Karte abgeben, 8 Uhr Chip abholen, Bademantel und Schwitztuch abholen (wer will, auch ein Cool Pack, Schlapfen oder Badesachen) und dann im zugewiesenen Umkleideraum umziehen: Badegewand, Schlapfen, Bademantel und kleines Handtuch - das ist unsere Grundausstattung und soll es auch für sämtliche Einfahrten bleiben.

 

Heilstollen Therapie

 

Wenn sich die Tore zum Stollen öffnen, erwartet uns von den beiden stets gut gelaunten Lokführern sowohl ein freundliches „Guten Morgen“ als auch ein hoffnungsfrohes „Glück Auf“, denn wir sind hier in einem stillgelegten Bergwerk.

Unsere Lokführer sind gelernte Bergleute und wir fahren mit unserem Bähnlein gute zwei Kilometer in den Gasteiner Radhausberg hinein. Erste Station: Bademantelstation.

 

Bademantelausgabe

 

Ab hier gilt das „Ruhegebot“ und „Stellen Sie das Sprechen bitte ein“ - Welche Wohltat, wenn man sich nur aufs Schwitzen und Atmen konzentrieren kann. Nicht alle mögen die Stille, in manchen Waggons herrscht noch Volksfeststimmung, die bricht aber Gott sein Dank rapide ab, als wir tiefer in den Stollen tuckern.

Denn es ist wirklich heiß. Und als nach etwa 15 Minuten nach der Einfahrt meine Station 1a ausgerufen wird und ich den einladenden Handbewegungen und den anderen vermummten Gestalten in den Liege-Stollen folge, bin ich bereits vollkommen durchgeschwitzt.

 

Stollenbahn Heilstollen

 

Eine knappe Stunde heißt es jetzt im Dunkeln auf den Liegen an der Felsmauer auf unseren Liegetüchern ausharren, entspannen, schwitzen und hoffen, dass das Radon sich mit der Hitze und der Feuchtigkeit gegen meine Schmerzen verbündet. Obwohl, der echte Kurerfolg soll sich erst 6-8 Wochen später einstellen, wissen die Experten.

Zur Halbzeit kommt ein Sanitäter oder ein Arzt vorbei und fragt jeden einzelnen der bis zu 120 Patienten persönlich nach dem Wohlbefinden.

 

Heilstollen Bad Gastein

 

Das Bähnlein wartet draußen, der Sanitäter fährt in Badehose auf seiner Draisine die Stationen mit den Patienten ab. Dort wo die Heilige Barbara uns wieder erwartet, am Eingang des Stollens, geben wir nach der verordneten Schwitz-Stunde unsere patschnassen Badetücher ab und ich schleppe mich in den 2. Stock zu den Ruheräumen - die mit Abstand anstrengendste Aktivität jedes Kurtages „mit Einfahrt“. Aber wie die "Alten Hasen" beim Einfahren wissend sagten: „Es wird besser!“

 

Heilige Barbara

 

Es ist wahr. Schon als ich nach einer kleinen Ruhepause (damit das Radon wirken kann) wieder in die klare wunderschöne Gasteiner Bergwelt trete, fühle ich mich erfrischt und voller Tatendrang. Der Nachmittag kann kommmen - der Gasteiner Höhenweg und die Gasteiner Ache warten auf uns promenierende Kurgäste.

TIPP: Wer einmal zur Probe in den heißen Heilstollen einfahren möchte, kann dies bei einer „Kennenlerneinfahrt“ tun – jeden Dienstag und Donnerstag möglich!

Text und Fotos: Angelika Mandler-Saul

Angelika Mandler-SaulTIPP: Wer einmal zur Probe in den heißen Heilstollen einfahren möchte, kann dies bei einer „Kennenlerneinfahrt“ tun – jeden Dienstag und Donnerstag möglich!

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