Gasteinertal Magazin

Hängebrücke Stubnerkogel

Wenn der Winter nicht gehen will – auf den Bergen im Gasteiner Tal

April 2015. Ich liege bei mehr als 25 Grad im Badeanzug am Outdoor Pool meines Hotels in Bad Hofgastein  und blicke hinauf auf die Schnee bedeckten Hänge der umliegenden Berge. Auf der Schlossalm konnte man Anfang April noch mit Skiern bis ins Tal abfahren – ebenso am Graukogel in Bad Gastein.

Diese Bergbahnen schließen allerdings Mitte April – irgendwann muss die Saison schließlich zu Ende sein, denn entlang der Gasteiner Ache und am Höhenweg blühen die Bäume als gäbs kein Morgen.

Dennoch: Bis Anfang Mai ist am Stubnerkogel (erreichbar vom Angertal oder von Bad Gastein aus) und in Sportgastein (Mautstraße ab Böckstein) noch Hochbetrieb am Berg. Während ich also hier am Pool faulenze – geht oben auf den Pisten auf 2500 Metern noch die Post ab – skitechnisch gesehen.

Doch ich bin als Kurgast hier – Skifahren ist mir als Hochrisikosportart freilich verboten – aber auf die Berge will ich trotzde bei diesem Kaiserwetter. Glücklicherweise gibt es Fußgängertickets bei den Gasteiner Bergbahnen und so komme auch ich in den Genuss von einigen hochalpinen Stunden am Berg, während im Tal bereits die ersten Sommergefühle aufkommen.

 

Kreuzkogel Gipfelkreuz

 

Ein wunderbares Ausflugsziel ist die imposante Hängebrücke nahe der Bergstation am Stubnerkogel. Sogar Hunde dürfen (gratis!) mit der Gondel hier mit hoch. Die Hängebrücke ist 140 Meter lang, befindet sich auf 2300 Metern Höhe und kann zu jeder Jahreszeit besucht werden.

 

Hängebrücke

 

Nicht alle getrauen sich hier rüber – manche bleiben in sicherer Entfernung stehen und entschließen sich dann, das Gasthaus am anderen Ende doch über die Piste anzusteuern. Als Tibet- und Nepalerfahrene hält mich natürlich nichts, diese Hängebrücke wirkt höchst vertrauenserweckend – also nichts wie rüber. Einen Fotopoint gibts auch – eine Webcam nimmt mich blitzend auf und das Foto kann ich mir dann im Internet runterladen.

 

Aussichtsplattform

 

Im Sommer gibt es sogar einen Rundwanderweg hier am Grat – jetzt im Winter aber „begnüge“ ich mich mit dem schneebedeckten Felsenweg zur hochmodernen Aussichtsplattform „Glocknerblick“, von der aus ich die umliegende fulminante Bergwelt mit ihren Zwei- und Dreitausendern bestaunen kann. Eigentlich dachte ich, dass dieser Ausblick nicht mehr zu toppen sei.

Weit gefehlt – schließlich ist auch die Skiregion Sportgastein für Skifahrer, Winterwanderer und Freerider am Wochenende noch bis Mai geöffnet. Das Fußgängerticket (nicht vergessen: Die Panoramakarte dazu verlangen, sodass man sich oben dann mit dem unglaublichen Bergepanorama auch auskennt) bringt mich auf den fast 2700 Meter hohen Kreuzkogel.

 

Bergstation Kreuzkogel

 

Dort am Gipfel fällt mein Blick erstmal auf die futuristische Metallkugel (eine Info Base für die Freerider) neben der Freerider-Abfahrt in die berühmte „Rinne“. Was bin ich froh, hier „nur“ als Fußgängerin heroben zu sein – in alle Richtungen geht es recht steil hinunter. Steil bergan geht es in etwa 10 (langsamen) Minuten dann Richtung Gipfelkreuz.

 

Gipfelkreuz in Sicht

 

Was für ein An- und Ausblick: Glasklar ohne einem Wölkchen am Himmel liegt mir Bad Gastein zu Füßen, gleich dahinter sehe ich bis in die Steiermark zum Dachstein und zum Gosaukamm. Westlich davon blicke ich über den Hochkönig und das Steinerne Meer diretissima zum Glockner und zum Sonnblick.

Dort wo ich mir meinen Stempel auf den Handrücken drücke (ich liebe das seit meiner Kindheit) blicke ich erst zu den Niederen und Hohen Tauern und danach runter bis nach Kärnten. Ganz Österreich in meinem Blickfeld. So einfach war es noch nie, einen Gipfel zu stürmen.

 

Grossglockner

 

Später wieder angelangt an der Talstation beim Valeriehaus auf 1600 Metern (benannt nach der Tochter von Kaiserin Sisi, die oft gemeinsam während ihrer Gastein-Kuren hierher spaziert sind) überraschen mich noch die perfekt präparierten Winterwanderwege und Loipen durch das Nassfeldtal.

 

Winter im Gasteinertal

 

Still und glitzernd wandere ich entlang plätschernder Flussläufe nach hinten ins Hochtal. Immer sauber getrennt von den Langläufern, damit wir uns hier nicht ins Gehege kommen. Was für ein Traum-Wintertag Ende April im Gasteinerland. Von Sonnenbaden am Pool, Winterwandern im Nationalpark Hohe Tauern, Radfahren an der Ache und Gipfelsturm in hochalpinen Höhen – war hier alles dabei.

Text und Fotos: Angelika Mandler-Saul

Angelika Mandler-SaulWas für ein An- und Ausblick: Glasklar ohne einem Wölkchen am Himmel liegt mir Bad Gastein zu Füßen, gleich dahinter sehe ich bis in die Steiermark zum Dachstein und zum Gosaukamm.

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