Donauraum Oberösterreich Magazin

Linz

 

In Linz beginnts .... Linz verändert

„In Linz beginnt’s“, so lautete vor Jahren der offizielle Werbeslogan für die Stadt an der Donau. Im Volksmund wurde dieser Spruch schnellstens „In Linz – da stinkt’s“ umgewandelt. Doch heute riecht es wie in jeder anderen Stadt in Österreich. Zwar raucht es aus noch immer aus den Schloten der VOEST Alpine und Chemie Linz AG, doch völlig geruchlos. Linz hat sich gewandelt, und so wundert es mich gar nicht, dass der heutige Slogan für die Stadt „Linz verändert“ heißt. Linz hat sich definitiv verändert und ändert sich immer noch.

 

Linzer Altstadt

 

Ich staune über die viele Anzahl an Museen, die Linz zu bieten hat. Im Schlossmuseum findet man eigentlich alles über Linz: Natur, Technik und Geschichte. Das Nordico Stadtmuseum widmet sich ausschließlich der Stadtgeschichte. Im Kunstmuseum Lentos geht es – nona – um moderne Kunst. Und im Ars Electronica Center überschneiden sich Kunst, Technologie und Gesellschaft.

 

Ars Electronica Center

 

Alles spannende Themen, die einen Besuch wert wären. Ich besuche vorerst mal eine besondere Veranstaltung: den Linzer Höhenrausch. Seit 2009 steigt man in Linz auf die Dächer. Im heurigen Jahr heißt das Thema „Bewegte Räume“ und ich kann sagen, ich habe mich bewegt! Und zwar ordentlich. Zuallererst durfte ich nämlich meine Schuhe abgeben und mich mit Hilfe eines riesigen schwarzen Spinnennetzes in den ersten Stock hanteln.

 

Linzer Höhenrausch 2014

 

Das war ganz schön anstrengend. Lustiger und weniger schweißtreibend war die „Waterfallswing“, eine Schaukel mit der man durch eine Regenwand schaukelt und trotzdem nicht nass wird. Da fühlte ich mich wieder als Kind! Eine weitere Attraktion des Höhenrausch ist der Keine-Sorgen-Turm. 30 Meter steigt man die hölzernen Stufen hinauf und hat einen herrlichen Blick auf Linz.

 

Höhenrausch in Linz

 

Es gibt noch zwei weitere Punkte in Linz, wo einem die Stadt zu Füßen liegt. Das ist einerseits der Schlossberg, der sowohl einen Blick auf die Linzer Altstadt als auch auf den Pöstlingberg bietet. Und auf den eben genannten Pöstlingberg muss ich sowieso, denn hier steht eine meiner Kindheitserinnerungen: Die Grottenbahn.

 

Pöstlingbergbahn

 

Mit der Pöstlingbergbahn geht es in null Komma nichts auf den Berg. Ich erinnere mich, dass man früher umsteigen musste, doch seit dem Jahr 2009 ist alles anders. Die Bahn wurde erneuert und mit neuen Waggons ausgestattet, was die Nostalgiker natürlich nicht freute. Doch ab und an und nur im Sommer erklimmt auch ein Nostalgiewaggon den steilen Berg, der aber gar nicht so steil aussieht. Und trotzdem: Die Linzer sind stolz, die steilste Adhäsionsbahn Europas zu besitzen! In 20 Minuten bin ich oben und trete auf die Aussichtsplattform. Wieder liegt Linz vor mir, nur diesmal von einer anderen Perspektive.

 

Linz an der Donau

 

Immer wieder weisen Zwerge mit Schildern auf den Weg zur Grottenbahn hin. Ein bisschen seltsam fühle ich mich schon als ich die Fahrkarte kaufe und den Drachenzug besteige. Der Drache hört übrigens auf den Namen Lenzibald. Außer mir ist nur noch eine Mutter mit Kind zugestiegen. Kurz rumpelt es und die Fahrt geht los. Insgesamt fährt man drei Runden und beobachtet die Zwerge in ihrem Reich.

Jetzt als Erwachsene sind mir drei Runden viel zu wenig! Als Kind war ich wohl genügsamer. Da konnte ich es kaum noch erwarten in die Märchenwelt hinabzusteigen, wo Frau Holle, Rotkäppchen und der Froschkönig auf mich und andere Kinder warteten. Und die Märchenfiguren sind noch genau so gruppiert, wie ich sie in Erinnerung habe.

 

Grottenbahn in Linz

 

Nach meinem Ausflug in die Kindheit habe ich doch etwas Hunger bekommen, und zwar wenig überraschend auf ein Stück Linzer Torte. In Linz gibt es noch einige Bäckereien, die diese selbstgemachte Köstlichkeit anbieten. Selbstverständlich kann man ein Stück davon kaufen und genießen, noch besser ist es allerdings, selbst Hand anzulegen und eine Torte zu backen, denn auch das ist in Linz möglich.

In der k.u.k. Hofbäckerei steht der Konditormeister Fritz Rath höchstpersönlich in der Backstube und erzählt mir die Geschichte dieser Linzer Spezialität. Später darf ich dann meine Torte mit einem Spritzgitter verzieren und mit Mandelblättchen bestreuen.

 

Konditor Fritz Rath

 

Während die Torte im Backofen gebacken wird, habe ich Zeit für eine weitere Attraktion der Stadt: Ich mache eine Schiffsrundfahrt. Und zwar nicht mit irgendeinem Schiff, sondern mit der MS Linzerin, einem Schiff der Flotte Wurm+Köck. Pünktlich auf die Minute legt das 60m lange Schiff vor dem Lentos ab. Alle Passagiere haben sich auf dem Deck versammelt, obwohl es doch etwas windig ist. Über Bordlautsprecher bekommen wir Informationen über die Stadt Linz und deren wichtiger Bezug zur Donau.

 

Donau Schifffahrt in Linz

 

Ob meine Torte wohl schon fertig ist? Ich gebe ihr noch etwas Zeit und beschließe doch noch ein Museum zu besuchen. Jetzt, nach meiner Schiffsrundfahrt, habe ich zwar schon vieles über die Donau erfahren, aber noch mehr wird dieses Jahr im Stadtmuseum Nordico erzählt. „An der Donau – Flussgeschichten einer Stadt“ heißt die Sonderausstellung. Genau 16,2 km führt die Donau durch die Stadt.

Der Bau des Brucknerhauses, der jährliche Kampf gegen das Hochwasser und viele weitere Themen wurden hier spannend zusammen gefasst. In der Dauerausstellung begegne ich dann noch den famosen und schönen Linzern und Linzerinnen. Ein sehr empfehlenswertes Museum!

 

Nordico Museum Linz

 

Wie es mit Linz weitergeht? Die Adventmärkte werde ich Ende November besuchen und meine selbstgebackene Torte schmeckte natürlich vorzüglich.

Hier ein Rezept, empfohlen vom Tourismusbüro Linz:

Ein Rezept "Original Linzer Torte":
- 150 g Butter
- 250 g Mehl, 150 g Staubzucker, 100 g geröstete Haselnüsse, 1 Ei
- Gewürze: Vanille, Zitrone, Zimt und Nelkenpulver
- 10 g Backpulver
- 300 g Ribiselmarmelade

Die Butter mit dem Zucker gut verkneten. Das gesiebte, mit dem Backpulver vermischte Mehl, die Nüsse, das Ei und die Gewürze dazukneten. Den fertigen Teig kalt stellen, nach 30 Minuten aus dem Kühlschrank nehmen und vierteln. Dreiviertel des Teigs auf ca. 1,5 cm ausrollen (Tortendurchmesser ca. 22 cm), die Ribiselmarmelade aufstreichen. Den restlichen Teig zu Rollen formen und als Gitter und Rand auf die Marmelade auflegen. Mit Eigelb bestreichen und den Rand mit gehobelten Mandeln bestreuen. Die Backzeit beträgt 40-45 Minuten bei 190 Grad Celsius. Gutes Gelingen!

 

Linzer Torte

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun Krinzinger

Ich staune über das vielfältige Angebot der Stadt Linz. Ein belebte Altstadt, viele Museen, der Linzer Höhenrausch und natürlich die legendäre Grottenbahn am Pöstlingberg bringen Abwechslung bei einem Aufenthalt. Ich komme wieder!

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