Donauraum Magazin

Grein

 

Frühling an der Donau

Noch ist alles ein bisschen verschlafen entlang der Donau, ich eingeschlossen. Doch der erste Frühlingstag will genutzt werden, raus ins Grüne, raus an die Donau! Die erste Station ist Ybbs an der Donau und von Wien aus mit dem Auto schnell erreicht.

 

Die Donau bei Ybbs

 

In meiner Volksschulzeit war das Kraftwerk in Ybbs/Persenbeug ein Ausflugsziel. Seither war ich nicht mehr in dem kleinen Städtchen. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass es in Ybbs das kleinste Straßenbahnunternehmen der Welt gab. Drei Mitarbeiter betreuten die Straßenbahnlinie, die vom Hauptplatz zum 3 km entfernten Bahnhof führte und 1953 geschlossen wurde.

 

Altstadt Ybbs

 

Da ich keine Straßenbahn zur Verfügung habe, spaziere ich zu Fuß durch die schmalen Gassen. An manchen Orten sind Fahrräder hoch über meinem Kopf in die Hausmauern eingelassen und weisen auf ein Fahrradmuseum hin. Ich drücke mir an der Eingangstür die Nase platt, das Museum öffnet erst im Mai. Da muss ich wohl wiederkommen um das nächste Mal mit einem Hochrad die Stadt zu erkunden, die einmal sehr reich gewesen sein muss.

 

Fahrradmuseum Ybbs

 

Für Salz und Wein, beides Handelswaren, die auf der Donau transportiert wurden, wurde Maut eingehoben. Heute ist Ybbs nicht nur reich an historischen Häusern, sondern auch bekannt für sein Kleinkunstfestival, die Ybbsiade, die heuer schon zum 27.Mal stattfindet.

In St.Nikola überschreite ich eine Grenze und bin im Strudengau angelangt. Als Kind glaubte ich felsenfest diese Gegend hieße Strudelgau und der Apfelstrudel wäre dort geboren worden.

 

Grein an der Donau

 

Apfelstrudel steht sogar auf der Speisekarte im Café am Greiner Hauptplatz. Eine kurze Pause gönne ich mir, bevor ich zur Greinburg hinaufsteige. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die spätgotische Pfarrkirche, die Altstadt und natürlich die Donau.

Die Saison für Touristen beginnt so wie in Ybbs erst im Mai. Ab dann können sowohl die Innenräume der Schloss Greinburg als auch das einzige oberösterreichische Schifffahrtsmuseum besucht werden. Doch das Tor zum Schloss ist offen und so schleiche ich mich in den Innenhof.

Noch ist der Renaissance-Hof nicht begrünt. Wie schön muss es hier erst im Sommer sein? Und wie prachtvoll erst das Innere?

 

Greinburg

 

Nicht weit von Grein entfernt steht eine weitere prachtvolle Burg, die Burg Clam. Warum der Ort Klam mit K und die Burg selbst mit C geschrieben wird, ist mir nicht ganz klar. Die Ausflugssaison beginnt hier ebenfalls im Mai, nur kurz erhasche ich einen Blick in den Burghof, als ein Mitarbeiter das Tor öffnet.

Ich stelle mir vor wie der Graf im Inneren gerade an seinem Tee nippt, denn diese Burg ist das ganze Jahr über bewohnt. Und wahrscheinlich hat der Graf gar keine Zeit für entspannte Teeeinheiten, kümmert er sich doch sicherlich um die Organisation der jährlichen Rock- und Popkonzerte, die im Sommer am Fuße der Burg stattfinden.

 

Burg Clam

 

Weiter geht es nach Perg, der Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Hier gibt es ein Einhorn am Hauptplatz zu bewundern, natürlich kein echtes! Es ist das Wappentier der Stadt. Weitere Sehenswürdigkeiten in Perg sind das Heimathaus-Stadtmuseum mit Außenanlagen.

Damit sind der Erdstall Ratgöbluckn und eine Erd- und Höhlenwohnung gemeint. Wieder ein Grund und eine Sehenswürdigkeit mehr, die im Sommer besucht werden will.

 

Perg

 

Mein nächstes Ziel ist Mauthausen. Die Marktgemeinde liegt wie Grein direkt an der Donau und hier treffe ich auf die ersten Radfahrer, die den Donauradweg in Angriff nehmen und das sonnige Wetter nützen.

Was mir in Mauthausen auffällt: Die Türklinken, die in Form von Fischen geformt sind und die vielen Sonnenuhren an den Häusern. Mozart war übrigens auch schon da!

 

Donauradweg Mauthausen

 

Jetzt sind es nur mehr etwa 20 Kilometer bis nach Linz, der Bundeshauptstadt Oberösterreichs. Auch hier lacht die Sonne vom Himmel, es wird Zeit für einen Kaffee am Hauptplatz. Am Abend sehe ich dann die vielen Flusskreuzschiffe, die am Ufer der Donau an- und ablegen.

 

Linz

 

Das wäre doch auch mal eine Idee, denke ich mir. Die Donau per Schiff zu bereisen und dann all die Burgen, Schlösser und Museen besuchen, in die ich heute nicht hineingekommen bin. Donau, du siehst mich wieder!

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun KrinzingerMein Tipp: Bereits im Frühling die ersten Sonnenstrahlen nutzen und die Donau von einer ruhigeren Seite kennenlernen. Zwar waren die Burgen, Schlösser und Museen noch geschlossen, dafür hatte ich Zeit durch die kleinen Städte zu bummeln und die aufwändig verzierten Fassaden zu bestaunen.

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