Donauraum Magazin

Donauschlinge bei Schlögen

Die Donauschlinge bei Schlögen

Die Einführung dauerte nicht einmal fünf Minuten. Motor starten, vorwärts, rückwärts, schneller, langsamer, auf die Flusskreuzfahrtschiffe und die Fährschiffe achten, wie be- oder umfährt man am besten die Wellen, das war’s dann auch schon. Im Anschluss gehörte die Zille inklusive 6 PS Motor uns. Die Donau auch. Na bumm.

 

Motorzillenverlei Witti

 

Mit gehörigem Respekt „entern“ wir den Fluss, misstrauisch in jede Richtung blickend: Wo ist das nächste Schiff? Denn eines ist klar: Zwar dürfen wir mit unserer Zille überall fahren (auf der Donau gibt es keinen Rechtsverkehrt), aber wir haben immer Nachrang.

Jedes andere Schiff, und davon gibt es auf der Donau ja nicht wenige, hat Vorrang. Zu knapp am Ufer darf man auch nicht fahren, die Fischer danken es einem.

 

Mit der Zille auf der Donau

 

Nach einer halben Stunde fühlen wir uns sicher mit und auf unserem Schiffchen und genießen die Fahrt. Die Burg da oben haben wir noch nie gesehen, ein Informationsblatt auf dem Boot gibt Auskunft über die Sehenswürdigkeiten entlang des 35 km Flussabschnitts, den es zwischen dem Kraftwerk Jochenstein und dem Kraftwerk Aschach zu entdecken gibt. Schiffe sind gar nicht so viele unterwegs und so widmen wir uns einer weiteren Sehenswürdigkeit mit Genussfaktor, unserem Picknickkorb.

 

Picknick auf der Zille

 

Nach einer stressfreien Fahrt und gut gestärkt geben wir unser Boot beim Zillenbauer Witti zurück. Dort erfahren wir dann noch, dass Zillen ein begehrtes Fortbewegungsmittel nicht nur auf der Donau sind.

Die aus Lärchen oder Fichtenholz gebauten Boote werden auch nach Deutschland und in die Schweiz geliefert, gebaut werden im Jahr um die 150 Stück und jedes von ihnen ist Handarbeit. Auch die Radfähren, die die zahlreichen Radfahrer ans andere Ufer bringen, sind Zillen, nur größer gebaut.

 

Mit der Zille auf der Donau

 

Bei unserem Ausflug auf der Donau waren wir flussaufwärts unterwegs. Dem Naturwunder Schlögener Schlinge fuhren wir sozusagen davon (wir mussten ja den Motor testen). Vom Ufer hat man leider nur eine ungefähre Ahnung, wie imposant diese Schlinge ist, also los! Hochsteigen!

Oben nähern wir uns einer kleinen Plattform, wo sich einige Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer versammelt haben. Und alle sind still und blicken andächtig, fast meditativ, auf diese Schlinge hinab. Schiffe ziehen vorbei, ein Schmetterling lässt sich am Geländer nieder, schön ist es hier. Fast 30 Minuten verbringen wir hier oben und genießen den Ausblick.

 

Schlögener Schlinge

 

Am Abend haben wir dann nochmals so einen Mah-is-des-schee-Moment. Auf der Terrasse des Hotels Donauschlinge sitzend erleben wir einen spektakulären Sonnenuntergang. Das Foto darf bewundert werden, aber in Wirklichkeit war es natürlich noch viel, viel schöner!

 

Sonnenuntergang auf der Donau bei Schlögen

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun KrinzingerMein Tipp: Wenn man in der Nähe der Schlögener Schlinge unterwegs ist beim Zillenbauer Witti vorbeischauen und für einige Stunden eine Zille mieten. Schiff Ahoi!

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