Weinviertel Magazin

Retzer Land

 

Retz und eine Radtour in die Umgebung

Wer sich in die genussreiche Region des Retzer Landes im Weinviertel aufmacht, der kann vielerlei Gründe dafür haben: Die Stadt Retz mit seinem oberirdisch schönen barocken Marktplatz oder seinem unterirdisch verwinkelten Erlebniskeller (dem größten seiner Art in Mitteleuropa mit 21 km!) zu besuchen. Eine Weinviertel-Radtour auf einem der zahlreichen und gut ausgeschilderten Radwege – auch grenzüberschreitend Richtung Znaim – mit Weinviertel Picknick und Wein-Degustation zu unternehmen Oder aber die Kellergassen mit ihren Weinlehrpfaden zu erwandern.

 

Weinberge im Weinviertel

 

Im Herbst locken die Kürbisfeste und Weinlesefeste, denn nicht umsonst ist das Retzer Land als eine der Genussregionen Österreichs für seine Kürbisgerichte berühmt – und nicht nur für seine „Tröpferln“ und Mehlspeisen wie etwa die „Überdrüberschnitte“.

 

Kürbisfest im Retzer Land

 

Über dem Ort Retz throhnt die Retzer Windmühle mit dem angeschlossenen Windmühlheurigen und eigener Vinothek, die bei jeder Windmühlenführung das genussreiche Ende der Führung darstellt. Im Winter lockt der Winzerball nach Retz und im April geht man im gesamten Weinviertel rund um Ostern „in die Grean“ – ein alter Brauch, bei dem man die erwachende Natur begrüßt und einen ersten Frühlingsspaziergang in die Rieden wagt – natürlich nicht ohne die nötige kulinarische Versorgung mitzunehmen.

 

Retzer Windmühle

 

Nirgends auf der Welt gibt es etwas Vergleichbares wie die Presshäuser („Dörfer ohne Rauchfang“), die typischen Kellergassen und die unterirdischen Kellersysteme, die man im gesamten niederösterreichischen Weinviertel findet. Rund ums Jahr kennt man hier die „offenen Kellergassen“, die auf ein Achterl in den Weinkeller, ins Presshaus oder in die Buschenschank einladen. Der österreichische Autor Alfred Komarekt hat mit seinen Romanen vom Weinviertler Gendarmerieinspektor Simon Polt eine Hommage an diese Kulturgüter und das gelassene Leben im Weinviertel geschaffen.

 

Weinpresse in Kellergasse

 

Von Retz aus kann man diese Besonderheiten besonders gut erkunden. Am besten per Drahtesel gelangt man in die Nachbarorte Mitter- Ober- und Unterretzbach oder auch ins Pulkautal Richtung Mailberg sowie nach Röschitz und Zellerndorf – allesamt typische Weinviertler Gemeinden des Retzer Landes.

Bevor wir mit unserer E-Bike Tour starteten, drehten wir zunächst einmal eine Runde über den Haupt- und Marktplatz, der voller schön renovierter Häuser aus der Barock- und Biedermeierzeit ein wahrlicher Hingucker ist – und das zu jeder Jahreszeit. Einen besonders schönen Blick bis hin zur Windmühle hatten wir vom Retzer Rathausturm.

 

Retz Marktplatz

 

Danach müssen wir uns erst mal für eine der vielen ausgeschilderten Radwege entscheiden: Gleich sechs verschiedene Strecken wie etwa der „Chardonnay“ oder „Portugieser“ Radweg, aber auch „Tal am Rad“ und die Radroute „Kamp-Thaya-March“ sind am Ortsausgang ausgeschildert. Wir testen eine Kombination des „Chardonnay“- und des „Polt“ Radwegs – das sind wir dem Weinviertel schuldig.

Sanfte Steigungen mit dem einen oder anderen Anstieg durch die typischen Hohlwege des Weinviertels wechselten sich ab mit aussichtsreichen Strecken über die früheren Karrenwege durch Rieden und Weingärten. In den Sommermonaten bieten sich soviele Einkehrmöglichkeiten in Buschenschenken und bei ausgezeichneten Genusswirten, dass die Wahl schwer fällt.

 

E-bike in Retz

 

Mit dem letzten Akku-Rest unserer Ebikes traten wir noch die kurze Steigung zur Windmühle hinan, vom nahen Kalvarienberg hatten wir einen traumhaften Blick auf die Weiten des Retzer Landes. In der Windmühle selbst wird erklärt, wie das früher mit dem Müller war und weil wir Glück hatten, waren die Windverhältnisse optimal, um die Flügel der Windmühle auch mal drehen zu können! In der Vinothek verkosteten wir dann noch einen typischen Weinviertler DAC (nicht den ersten an diesem Tage) bevor wir schließlich wieder hinunter auf den Marktplatz Retz sausten.

 

Buschenschank

 

Diese Region des Weinviertels hat übrigens die allerschönsten Kellergassen aufzuweisen: Etwa Pulkau, Hadres, Mailberg, Zellerndorf ... und nicht wenige davon haben klingende und sprechende Namen wie „Maulavern“, „Öhlberg“, „Zipf“ oder „Hundschupfn“, die erst recht auf einen Besuch im Retzer Land neugierig machen.

Text und Fotos: Angelika Mandler-Saul

Angelika Mandler-Saul

Ich empfehle, am Retzer Hauptplatz bei der Tourismus-Information eines der gut ausgerüsteten E-Bikes auszuleihen.

So kann man die Radel-Strecke stressfrei auch mal spontan ausdehnen und sich bei den Zwischenstops beim Heurigen in den Kellergassen ein wenig mehr Zeit lassen.

Und manche Steigungen durch die Rieden des Weinviertels können durchaus anspruchsvoll werden! Mein Favorit: Der Polt-Radweg.

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