Waldviertel Magazin

Die Thaya

 

Mein Ausflug an die Thaya

Wer es in Österreich einmal „ganz nach oben“ geschafft hat, der bleibt gerne hier – im Waldviertel. Der raue Charme des „wilden Viertels“ im Nordwesten Niederösterreichs hat schon so manchen in seinen Bann gezogen – nicht von ungefähr ziehen sich hierher gerne die Künstler zurück, um sich in der Ruhe und der klaren Luft inspirieren zu lassen. Optimal auch für einen abenteuerlichen Wochenend-Ausflug mit Kind, Kegel und Hund – sofern das Wetter hier oben nicht zu skandinavisch ist. Hat aber auch seine Reize.

 

Badestelle bei Raabs

 

Naturfreunde haben´s gut hier in der „Perle des Thayatals“ – ganz nahe an der Grenze zu Tschechien. Denn Natur wird groß geschrieben und genau deshalb kommt man hierher, um zu wandern, zu paddeln, radzufahren, den Nationalpark zu genießen oder die kleinste Stadt Österreichs, Hardegg mit seiner Burg, zu besuchen und einen Blick über den Fluss und damit über die Grenze zu werfen. Hardegg ist zwar klein, hat aber als wichtige Persönlichkeiten H.C.Artmann und Freddy Quinn hervorgebracht – wer hätte das gedacht.

 

Burg Hardegg

 

Aber zurück zur Natur: Im sehr schön und modern gestalteten Nationalparkhaus Thayatal gilt es vorwitzige Wildkatzen zu beobachten, die Walkingstöcke „anzuschnallen“ oder die verfügbaren Ebikes zu satteln. Auch ein Spaziergang zur Thaya und seiner Grenzbrücke lohnt sich. Hier verlief einst der Eiserne Vorhang, doch jetzt sieht alles ganz harmlos und idyllisch und außerhalb der Sommersaison sehr, sehr ruhig aus. Auch die Radfahrer des Kamp-Thaya-March Radwegs, die hier oben mit Einkehrmöglichkeiten ja wahrlich nicht verwöhnt sind, werden umworben.

 

Wildkatzen im Thayatal Nationalpark

 

Etwas westlicher von Hardegg, in Raabs an der Thaya starten viele Kanutouren, und bei Sonnenschein verlockt der Fluss Hunde und Kinder zum Wassertreten. Bei typischem nasskaltem Waldviertelwetter empfiehlt sich dann aber eher das Vital- und Erlebnisbad anstatt des Wassertretens in der Thaya. Hier kann man mit Kindern schon ein ganzes Wochenende verbringen, die „Bücherburg“ Burg Raabs oder das Grenzlandmuseum besichtigen, am schönen Hauptplatz in der Konditorei einkehren und Wanderungen entlang des Flusses machen.

 

Grenzlandfluss Thaya

 

Raabs hat noch einige schön erhaltene mittelalterliche Häuser und auch die ehemaligen „Fleischbänke“ – hier wurde im Mittelalter auf „Standln“ von den Fleischhauern deren Ware feilgeboten, verdienen sich eine Erwähnung. Rund um die Wehr lässt es sich vortrefflich im Wasser waten und klettern, weder Hund noch Kinder wollen abends heim.

 

Fleischbänke

 

Nicht weit entfernt von Raabs wartet ein weiteres Abenteuer für einen Kinder-Ausflug: Die Ruine Kollmitz punktet gleich damit, dass sich die Kinder in der Wirtsstub´n die riesigen Schlüsseln für die Türme selbst abholen und solcherart „bewaffnet“ das ganze Gelände allein erkunden dürfen. Das Erklettern des Hungerturms und des Bergfrieds (mit neu gestalteter Aussichtsterrasse) wird damit noch spannender: Passen die Schlüssel denn?

 

Ruine Kollmitz

 

Die Ruine steht auf einem sehr steilen Felsen, unten fließt formschön in einer wunderbaren Schlinge die Thaya rund um den Burgfelsen herum. Je nachdem, wie gut zu Fuß man ist, kann man das Auto ein gutes Stück vorher stehen lassen und dem Weg durch den Wald bis zur Ruine folgen. Überall sieht man Reste von bereits verfallenen Keuschen im Wald stehen, überall gibt es etwas zu erkunden. Überraschende Höhepunkte und laute Action wird man hier in der Gegend vergeblich suchen – doch wer mit Kindern und Hunden zwei Tage entschleunigen will, ist hier sicher richtig.

Text und Fotos: Angelika Mandler-Saul

Angelika Mandler-Saul

Mein Tipp: Die Ruine Kollmitz ist genauso wie man sich eine abenteuerliche Burg vorstellt und es lohnt sich mit der Familie hier gute zwei Stunden herumzuklettern und nachher in der Jausenstation einzukehren. Das Nationalpark Haus Thayatal ist modern gestaltet und auch bei Regenwetter eine Empfehlung.

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