Waldviertel Magazin

Wald Wanderweg im Waldviertel

 

Ganz ganz oben im Waldviertel

Ich war schon oft im Waldviertel, aber dieses Mal war ich wirklich ganz ganz oben. „Wo wir sind, ist oben“ – das ist die Region im nordwestlichen Waldviertel, entlang der tschechischen Grenze zwischen Gmünd, Schrems und Litschau. Ganz schön urig und „eigen“artig ist hier die Natur, ganz besonders wirkt die Landschaft mit ihren Gipfeln, Mooren, Wäldern und Wackelsteinen, je weiter nördlich man reist.

 

Weitra

 

Bevor ich mich in diese besondere Landschaft zum Wandern traute, entspannte ich mich noch ein wenig bei dem, wie ich meine, typischen Waldviertler Herbstwetter in Gmünd: Feucht und nieselig, kalt und neblig grau präsentierte sich Gmünd, als ich den alten Hauptplatz mit seinen ganz besonderen „Sgraffito Häusern“ nur schnell überquerte, um alsbald im warmen Wasser des Ybbstaler Solebads plantschen zu können. Auch das Solebad wirkt mit mit seiner holzreichen Außen-Sauna Anlage so richtig waldviertlerisch – noch dazu wurde der angrenzende natürliche, dunkel schimmernde Schwimmteich in die Anlage integriert.

 

Hochmoor in Schrems

 

Das ganze obere Waldviertel ist eigentlich eine einzige Genuss-Region: Vom Waldviertler Kriecherl, über den Graumohn, das Korn und die Erdäpfel bis zum beliebten Waldviertler Karpfen – das Waldviertel bringt viele Köstlichkeiten hervor.

Deswegen testete ich vor meiner ersten Waldviertel Wanderung auch gleich noch die Waldviertler Mohnzelten in Harmschlag, bevor ich mich auf den Weg machte: Auf den Nebelstein – natürlich durch den Nebel und bei feinem Nieselwegen hinauf durch den dunklen Wald, der bei diesem Wetter noch atmosphärischer wirkt und duftet, bis zur Nebelsteinhütte. Denn das obere Waldviertel ist wie geschaffen fürs Durchatmen und zur Ruhe Kommen, die unaufgeregte Gegend hilft dabei immens – warum also nicht die zahlreichen Wanderwege hier nutzen?

 

Nebelstein

 

Was kaum jemand weiß: Das Waldviertel ist jene österreichische Region mit den meisten offiziellen Wanderwegen. Der Nebelstein auf 1017 Metern ist übrigens ein ganz wichtiger Knotenpunkt für sämtliche Wanderwege dieser Region – auch für den hier passierenden Weitwanderweg „Thayatalweg“. Übrigens gibts hier auch über 2000km Mountain Bike Strecken. Dabei denken die meisten Besucher immer noch nur an die Blockheide, wenn sie „Waldviertel“ hören.

 

Wanderweg im Waldviertel

 

Hier oben hat sich das Waldviertel wegen seiner optimalen Höhenlage auch als Kur-Gegend etabliert. Klima – Luft – Bewegung – Natur & Ruhe sind die Ingredienzien dazu. Wie ein Jungbrunnen fühlte sich demnach auch meine frühabendliche Nebelwanderung auf den Nebelstein an. Anderntags, wieder beim Wandern im Oberen Waldviertel – nämlich auf dem Lainsitz-Weitwanderweg – präsentiert sich das Obere Waldviertel aber von einer ganz anderen Seite: Sonnig, blühen, üppig, plätschernd, grün und saftig.

 

Otter im Waldviertel

 

Noch nie in meinem Leben hatte ich soviele Pilze wie an diesem Waldviertler Wandertag von Weitra, immer nahe dem Grenzfluss Lainsitz, bis nach Gmünd gesehen. Auf knapp 1000 Metern Seehöhe wanderte ich durch sonnendurchflutete Wälder, saftige und noch feuchte Wiesen, moorige Felder entlang und ja, auch das ist das Waldviertel – ganz oben!

 

Pilze im Waldviertel

 

Wie anders wirkte dagegen die Region rund um das Schremser Hochmoor, die Blockheide oder auch der Herrensee bei Litschau. Auch das ist das obere Waldviertel.

Stehenbleiben und Innehalten gehört beim Waldviertel dazu, ist fast schon Programm. Beim Wandern hat man ohnehin Zeit zum Schauen: Erstmals sah ich hier einen originalen Waldviertler Dreiseithof – in der Mitte ohne Überdachung, dafür mit Misthaufen.

 

Dreiseithof

 

Viele alte Handwerke halten sich hier noch: Ich konnte etwa mein eigenes Büttenpapier in einer alten Papiermühle schöpfen, anderntags eine Etappe mit der Waldviertel Bahn fahren, beim Glasblasen zusehen und das eine oder andere Spezialbier verkosten. Wobei wir wieder bei der Genussregion Waldviertel wären: Weitra ist die älteste Braustadt Österreichs und wer hier keine kulinarische Pause einlegt, ist selbst schuld.

Oder wollen Sie das hiesige Ginseng-Bier etwa versäumen?

Text und Fotos: Angelika Mandler-Saul

Angelika Mandler-SaulMein Tipp: „Ganz ganz oben“ in Litschau am Herrensee ins Wirtshaus gehen und sich durch die Hausmannskost essen.

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