Wachau / Donauraum West Magazin

Burgruine Aggstein

Das finstere Mittelalter in Aggstein

Das Laub raschelt unter meinen Füßen. In meiner Winterjacke wird mir schnell warm und kurzfristig verfluche ich meine Idee, zu Fuß den Esel-Steig genommen zu haben. Hätte ich nicht doch den Weg an der Straße nehmen sollen? Stattdessen klettere ich wie ein Esel den in der Herbstzeit doch sehr unwegsamen Weg zur Burgruine Aggstein empor. Irgendwo hinter den Bäumen muss doch diese verfluchte Ruine sein? Ein Ziel zu haben und es nicht zu sehen, ist immer eine blöde Situation. Kurz erhasche ich einen Blick auf altes Gemäuer, das muss doch die Ruine sein?, bevor der Weg nach links abbiegt und das Gebäude aus meinem Blickfeld verschwindet.

 

Esel-Steig Burgruine Aggstein

 

Schließlich schaffe ich es doch noch und stehe ich ziemlich außer Atem  vor dem Burgtor. Es ist eine Mischung zwischen Burg und Ruine. Einige Gebäude wie der Rittersaal, die Taverne und die Kapelle sind seit umfangreichen Sanierungsarbeiten überdacht, von anderen sind nur Überreste erhalten geblieben. Einen ersten Überblick über die Baugeschichte der Burg Aggstein bekomme ich im Infozentrum. So stammen die ältesten Mauerreste aus dem 12.Jhdt. und das sind genau die Mauern, die mich momentan umgeben.

 

Aggstein Information

 

Urkundlich erwähnt wurde die Burg Aggstein erstmals 1256 und wie es sich für eine ordentliche Burg gehört, ranken sich so allerhand Raubrittermythen um das Gebäude. Von Jörg Scheck von Wald wird erzählt, er hätte Geiseln genommen und diese im Rosengärtlein, einem Felsvorsprung über der Donau, ausgesetzt. Entweder die Gefangenen verhungerten oder sprangen in die Donau, und damit in den Tod. Dem Adeligen wurde hernach der Spitzname „Schreckenwald“ verliehen.

 

Ruine Aggstein

 

Schrecklich stelle ich mir die Bauarbeiten vor. Wie haben die das damals bloß geschafft, dieses Gemäuer auf blanken Felsen zu erreichten? Steht man im Burghof erscheint die Burg riesig. Vor mir liegt die Hochburg, hinter mir der „Bürgel“. Beides kann mit Hilfe einer hölzernen Stiege erklommen werden.

 

Ruine Aggstein Wachau

 

Steht man direkt vor der Hochburg, liegt rechterhand die Kapelle und linkerhand der sogenannte „Frauenturm“. Ich nehme natürlich an, dass hier die Frauen gewohnt haben, der Informationstafel entnehme ich aber, dass der Name ein reiner Fantasiename ist. Die Kapelle wurde den Hl. Georg und Koloman geweiht und wird noch als Hochzeitskapelle genutzt.

 

Kapelle Burg Aggstein

 

Vom höchsten Punkt der Burganlage hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Donau und die umliegende Landschaft. Gerade als ich oben stehe, bricht die Sonne durch. Ein Naturschauspiel beginnt.

 

Ausblick Ruine Aggstein

 

Eine ganz andere, aber ebenso grandiose Aussicht auf die Burg samt Wachau hat man vom Bürgel aus. Wahrscheinlich ist das wieder ein Fantasiename. Die Holztreppe windet sich wie eine Schlange um den Stein und wenn man wirklich ganz hinauf will, steht man ein kurzes Stück auf blankem Fels. Das beweist dass die mittelalterlichen Baumeister gute Architekten waren und sich nicht scheuten, an schwierigen Stellen Burgen zu bauen.

 

Aggstein Burgruine

 

Wer von Geschichte und Sagen noch nicht genug hat, kann noch eine Nibelungenausstellung besuchen. Das spare ich mir für heute, denn ich habe genug gesehen.

Tipps in der Wachau / Donauraum West

Wachau Logo

Burgruine Aggstein
Krems an der Donau

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun Krinzinger

Die Burgruine Aggstein in der Wachau vereint finsteres Mittelalter und architektonische Baukunst.

Sportlich muss man sein, sonst schafft man die Treppen zur Hauptburg oder dem Bürgel nicht.

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