Weissensee Magazin

Weissensee in Kärnten

 

James Bond und der Weissensee

Der Weissensee lädt zum Tanzen auf Kristallen. Wer kann so einer Einladung schon widerstehen, wenn sich der See zu einem großen Eisparadies verwandelt und die Natur ihren winterlichen Zauber über den Naturpark ausbreitet? Kein Auto weit und breit, nur Nadelwälder auf denen sich Schneeflocken festhalten und die letzten Nebelschwaden, die sich über das Schilf verziehen. Das ist typisch für den Winter am Weissensee. Der reinste Badesee Österreichs friert verlässlich zu und schafft damit für Winterurlauber eine Natureisfläche von 6,5 Quadratkilometern. Das ist einzigartig in Europa. Bevor aber die Eisläufer den Weissensee bevölkerten, war James Bond da.

 

Weissensee in Kärnten

 

1987 drehte Hollywood am Weissensee den Streifen „Ein Hauch des Todes“. Eismeister Norbert Jank präparierte damals das Eis für den Film, damit Timothy Dalton gefahrlos mit seinem Aston Martin landen konnte. Noch heute dreht Jank jeden Wintertag seine Runden am See. Allerdings nicht mehr für die Schauspieler, sondern für die holländischen Eisschnellläufer. Durch den Bond-Film wurden die Niederländer auf den See aufmerksam und verlegten ihre „Alternative holländische 11-Städte-Tour“ nach Kärnten. Denn spätestens Mitte Dezember friert der Weissensee auf 930 Meter Seehöhe zu und wird mit 6,5 Quadratmetern zur größten Natureisfläche Europas.

 

Eislaufen am Weissensee

 

Auf diesem Spielplatz der Natur tummelt sich dann in buntes Volk an Winterurlaubern – angefangen von Eisschnellläufern über Genussfahrer, Langläufer, Rodler und Winterwanderer bis hin zu Pferdeschlitten. Von Mitte bis Ende Jänner ziehen aber vor allem die Eisschnellläufer die Blicke auf sich. In zehn Amateur- und Profibewerben messen sie sich. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten liegen bei den Rennen um die 40 km/h. Der Weltrekord für die 200 Kilometer liegt aktuell bei fünf Stunden und elf Minuten. Mein Tipp: Am besten lässt sich das Kufenflitzen bei einem selbst gemachten Kuchen und einem heißen Kakao bei Esther am Stand genießen.

 

Techendorf am Weissensee

 

Gemütlich zieht es mich dann im Winter hinauf zu Almut auf die Naggler Alm. Die einstündige Wanderung durch den Schnee ist zwar schön, erspart man sich aber, wenn man die Seilbahn nimmt. Bei der kultigen Almwirtin Almut Knaller wird dann in den Slow-Travel-Modus umgeschalten und in die Sonne geblinzelt. Stress ist hier ein Fremdwort und das Essen 100 Prozent nachhaltig. Als „Bionierin“ kredenzt sie ihren Gästen Kärntner Spezialitäten auf, deren Zutaten nur aus biologischer Produktion stammen und höchste Qualität haben.

 

Weissensee im Winter

 

Milchprodukte, Käse, Speck, Würste und Fleisch liefern die Bio-Bauern aus der Region. Im Tal besuchen Feinschmecker am besten eines der Restaurants am See und probieren die fangfrischen Seeforellen und Reinanken aus dem Weissensee – gefangen vom fischenden Müller. In seinem Fischhaus in Neusach informiert er über seine Arbeit, verarbeitet, veredelt, verkostet und verkauft den Weissenseefisch.

 

Wasservogel am Weissensee

 

„Für uns stehen die Herkunft und der achtsame Umgang mit der Natur im Mittelpunkt“, sagt Müller. Dementsprechend nehmen wir nicht nur einen Fisch mit nach Hause, sondern eine ganze Tasche voller Liebe und Hingabe, dick eingepackt in Eis. Zuhaus kommt der Fisch dann aber trotzdem in die Tiefkühltruhe – für jene Tage, an denen die Kulinarik die Erinnerung an den Weissensee auffrischt.

 

Weissensee

 

Übrigens, im Sommer gleicht der Weissensee einem skandinavischen Fjord und verwandelt sich zur höchstgelegenen Badewanne der Alpen. Die ungewöhnlich klare Farbe des Wassers reflektiert blaues und ultraviolettes Licht, das der Landschaft eine mystische Aura verleiht. Zwei Drittel des Seeufers sind unverbaut, ein große Fläche steht unter Naturschutz. Wer zwischen Ost- und Westufer wechseln möchte, kann das nur mit Schiff, Rad oder zu Fuß.

Tipps am Weissensee

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James Bond und der Weissensee

Text und Fotos: Anita Arneitz

Anita ArneitzMein Lieblingsplatz am Weissensee ist die Naggler Alm. Nicht zuletzt weil es bei Almut den besten Kaiserschmarren weit und breit gibt.

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