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Lesachtal in Kärnten

 

Loslassen im Lesachtal

Eine Reise ins Lesachtal ist eine Reise in eine andere Zeit. Hier ticken die Uhren um ein paar Sekunden langsamer, das Leben ist voller, die Jahreszeiten intensiver und die Alltagssorgen immer unwichtiger. Das alles habe ich erst so richtig im vergangenen Jahr wahrgenommen. Davor zog es mich nie wirklich ins Lesachtal.

Für meinen Geschmack fraßen sich die Schatten der Berge zu tief ins Tal und die Straße dorthin war definitiv zu eng und kurvig. Nur dunkel kann ich mich an meinen ersten Besuch in Maria Luggau erinnern. Das war noch mit Oma als kleines Mäderl. Damals beeindruckte mich der Wallfahrtsort mit seiner imposanten Kirche wenig. Heute ist das ein wenig anders.

 

Klostergarten Maria Luggau

 

Als Erstes zieht es mich in den Klostergarten, der erst vor kurzem nach alten Vorlagen neu angelegt wurde. Jede Blume im Beet hat ihre eigene Symbolik. Die Kräuter werden von Frauen aus dem Ort regelmäßig geerntet und in einer Kräuterstube zu Naturkosmetik verarbeitet. Genauso wie das legendäre Lesachtaler Brot, nach dem auch die Japaner verrückt sind, können die Naturprodukte im Bauernladen, gleich vis a vis vom Klostergarten gekauft werden. Aber zurück zum Klostergarten.

Dieser wurde bereits im 17. Jahrhundert nach italienischer Art mit zwei Terrassen angelegt. Jedes Beet ist einem anderen Element – Luft, Wasser, Erde, Feuer – und damit einer anderen Farbe gewidmet. Und in der Mitte steht der Spatzentempel, ein mit Tuffsteinmosaik dekorierter Pavillon. Eine Besonderheit in der Gegend und hohe Handwerkskunst.

 

Maria Luggau

 

Seit mehr als 500 Jahren pilgern Gläubige zur Basilika. Mich zieht es aber weiter vorbei am kleinen Wallfahrtsstand mit Kerzen, Rosenkranz & Co. hinauf zum Mühlenweg. Einst war das Tal als jenes der 100 Mühlen bekannt. Aufgrund der steilen Hänge wurde vieles mit der Wasserkraft der Mühlen betrieben – angefangen vom Lebensmitteltransport über das Mehl mahlen bis hin zum Betreiben von Maschinen oder Pflügen.

Mit dem Einzug des elektrischen Stroms wurden die Mühlen überflüssig und verfielen vor sich hin. Dank einigen engagierten Luggauern konnte aber einige von ihnen gerettet werden und sind nun am Mühlenweg zu finden – und dieser bringt vor allem am ersten Stück so manchen Städter zum Schnaufen. Das Eis danach haben wir uns damit redlich verdient.

 

Mühlen im Lesachtal

 

Außerhalb vom Wallfahrtsort Maria Luggau ist das Lesachtal nochmals anders. Die Patres haben einst in der Gegend vom Tuffbad heilsames Wasser gefunden. Heute werden die Gäste vom ersten Almwellnesshotel verwöhnt. Herrlich entspannend! Um jedoch noch stärker in das Leben der Lesachtaler einzutauchen, empfiehlt sich ein Urlaub am Bauernhof. In Niedergail zum Beispiel, bei Andrea Unterguggenberger am Peintnerhof.

 

Peintnerhof

 

Holzbau, nachhaltige Landwirtschaft, krebsvorbeugende Ernährung – in vielerlei Hinsicht wird am Hof Pionierdenken gelebt. Und gerne geht Andrea mit ihren Gästen in den Garten um frische Kräuter fürs Frühstück zu holen oder im Sommer hinauf zur Alm um nach den Schafen zu schauen. Kärntner Brillenschafe, die die Aussicht auf der Alm genauso genießen wie die Wanderer auf zwei Beinen.

"Entschleunigen heißt für mich bewusst wahrnehmen“, erklärt Andrea. Und das hätten viele verlernt. Inmitten der Natur öffnet sich das Herz wieder, man sehe weg von sich selbst hin zu den anderen. Wertschätzung, Respekt und ehrliches Interesse entsteht. Von Herz zu Herz.

 

Lesachtal Alm

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Text und Fotos: Anita Arneitz

Anita ArneitzMit jedem Schritt hinauf auf die Alm, bleiben Hektik und Stress im Tal zurück. Und ganz oben angekommen, sind manche Dinge plötzlich nicht mehr wichtig.

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