Oberwart / Bad Tatzmannsdorf Magazin

Südburgenland

 

Mit dem E-Bike durchs Südburgenland

Ich war wiedermal am Fahrrad unterwegs und das auch gleich im Paradies! Im E-Bike-Paradies nämlich. So tituliert sich das Südburgenland – und dabei ist es gar nicht mal gelogen. Zahlreiche Fahrradverleihstationen und lohnenswerte Zwischenstopps – von der Hochzeitsbäckerin über Buschenschanken, Weingüter und Vinotheken bis zu Wirtshäusern und den einmaligen burgenländischen „Kellerstöckln“ – Das Stehenbleiben lohnte sich für uns hier an jeder Ecke.  Aber nicht nur wegen dem Eisenberg DAC, dem Uhudler oder der pannonischen Schmankerlwirte.

 

Radfahren im Südburgenland

 

Vom verkehrsgünstig sehr gut gelegenen Oberwart aus konnten wir in alle Himmelsrichtungen starten, wir entschieden uns für eine eine ausgedehnte Runde über die so wohlklingenden Weinberge Csartaberg und Eisenberg. Durch Oberwart führt noch der viersprachige Lebenswartweg an der Pinka entlang über das Schloss Rotenturm weiter nach Großpetersdorf bis nach Kohfidisch.

Hier sah ich sie auch zum ersten Mal: Die Kellerstöckln. Was im Weinviertel die Presshäuser in den Kellergassen sind, sind hier im Burgenland die Kellerstöckln – kleine, schmale Weinkeller im Weingarten oder nahe den Rieden mit einem Oberstock. Wenn man pannonisch wohnen will, kann man sich in einige dieser Häuschen auch einmieten, doch Achtung: Viele haben nur eine sogenannte Tischheizung oder einen Kachelofen in der Kuchl. Beim Umbau wird hier nämlich akribisch darauf geachtet, dass die Kellerstöckln so original wie möglich bleiben.

 

Kellerstöckl

 

Hier im Südburgenland lebt, wandert und radelt man grenzüberschreitend. Nicht nur die Radwege, die wir an diesem Tag passierten, sondern auch die Naturparke wie etwa der Geschriebenstein-Iottkö sind grenzüberschreitend angelegt und zweisprachig ausgeschildert. Egal wo wir an diesem Tag radelten, die Grenze war immer nur einen Steinwurf entfernt. Von der Weinblick-Terrasse aus sahen wir ebenfalls bis zu den ungarischen Nachbarn hinüber – hier nahe im „Öko-Energieland“ bei Güssing, der einzigen energieautarken Gemeinde Österreich.

 

Blick nach Ungarn

 

Und in Kohfidisch kehrten wir auch zum ersten Mal in eine Buschenschank („Beim Franz“) ein, bevor wir dann in der Vinothek am Eisenberg den hiesigen Eisenberg DAC, einen Blaufränkischen, verkosteten. Richtig verwurzelt ist hier aber der Uhudler. Der Wein mit dem für ausländische Zungen unaussprechlichen Namen gehört hierher, in die Bezirke Güssing und Jennersdorf und verwirrt auch oft wegen seiner wechselnden Farben. Denn ein Uhudler kann hellgelb, strohgelb, rosa oder auch kirschrot sein. Es gibt ihn in allen Varianten: Als Wein sowieso, als Gelee, als Marmelade, als Sorbet und auch verarbeitet in den Feinbäckereien und Mehlspeisen des Südburgenlands.

 

Buschenschank

 

Womit ich bei meinem Lieblingsstop auf dieser Radtour im Südburgenland angekommen wäre: Bei der Aloisa, ihres Zeichens Hochzeitsbäckerin. Denn die burgenländischen Hochzeiten sind von jeher bekannt für ihre süßen Versuchungen. Im Ebike Paradies Südburgenland gehen die Radwege wie zufällig auch an der Kaffeekuchl der Aloisa vorbei. Und ihre Burgenländer Kipferln passten bei meiner Radtour unglaublich gut zu einem Uhudler-Spritzer oder Uhudler-Prosecco.

 

Hochzeitsbäckerin

 

Darauf muss man im Südburgenland eben gefasst sein: Vor lauter Pausen und Zwischenstopps zum Verkosten, Ausprobieren und Gustieren kommt man fast nicht zum Radfahren und Besichtigen. Dabei gäbe es ja noch die zahlreichen Burgen und Schlösser dieser Gegend: So etwa die Burg Bernstein, Geburts-Schloss des „Englischen Patienten“, des Grafen Almásy. Weit über unsere Grenzen hinaus kennt man auch die Friedensburg Schlaining, die das Europäische Museum für Frieden beherbergt und als Ausbildungsstätte fungiert.

 

Burg Schlaining

 

Und natürlich die Burg Güssing, wo sich wiederum zahlreiche Radwege treffen, wie etwa der Apfelradweg, der Energielandradweg oder der Stremtalradweg.

Tatsächlich: Das Südburgenland ist ein Radler-Paradies. Aber nicht nur.

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Mit dem E-Bike durchs Südburgenland

Text und Fotos: Angelika Mandler-Saul

Angelika Mandler-Saul

Hier im Südburgenland lebt, wandert und radelt man grenzüberschreitend. Nicht nur die Radwege, die wir an diesem Tag passierten, sondern auch die Naturparke wie etwa der Geschriebenstein-Iottkö sind grenzüberschreitend angelegt und zweisprachig ausgeschildert.

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