Neusiedler See Magazin

Neusiedler See

 

Am Neusiedler See im Burgenland

Fakt ist: Er ist der größte österreichische See. Der Bodensee ist zwar flächenmäßig größer, aber nur ein kleines Stück liegt auf österreichischem Staatsgebiet. Fakt ist: Er wird auch „das Meer der Wiener“ genannt,  und zwar dank eines Werbeslogans des burgenländischen Tourismusbüros aus dem Jahre 1926. Fakt ist: Er ist einige Male ausgetrocknet. 1740, 1773, 1811 und 1864. Wie ein See austrocknen kann?

Der Neusiedler See ist eben etwas Besonderes. Er ist ein Steppensee, der an den tiefsten Stellen nur 1,8 m misst. Fakt ist: Der Neusiedler See wurde 2001 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Zu recht, wie ich finde. Er ist eben einzigartig und schützenswert.

 

Segeln am Neusiedler See

 

Von Wien und mit dem Auto aus erreicht man den Neusiedler See in gut einer Stunde. Und ich muss sagen, gegen den See wirkt Wien mit dem Kahlen- und Leopoldsberg wie eine Gebirgslandschaft. Flacher als flach liegen 320 km² Gewässer vor mir, größtenteils umrandet mit einem breiten Schilfgürtel. Aus der Vogelperspektive sieht dieses Naturereignis besonders imposant aus.

 

Flug über Neusiedler See

 

Apropos Vogelperspektive: Die Liste der Brutvögel, die hier beheimatet sind, ist lang. Reiher, Löffler, Graugänse, Enten, Möwen und Schwalben haben ihren Lebensraum am, im und um den Neusiedler See. Einer der berühmtesten Vertreter der fliegenden Art ist natürlich der Weißstorch.

Sehr elegant zieht ein Storchenpapa über der Freistadt Rust seine Kreise. Oder ist es eine Storchenmama? Erst jetzt fällt mir auf das auf vielen Rauchfängen der alten Häuser Storchennester, auch Storchenhorste genannt, angebracht sind. Viele dieser Nester sind bewohnt und zu Recht wird Rust auch Stadt der Störche genannt.

 

Störche in Rust am Neusiedler See

 

Wo ein See ist, sind nicht nur viele Tiere sondern auch viele Wassersportarten beheimatet.

Surfen, Kiten, Segeln, Kanu, Paddeln, Schwimmen…die Liste der angebotenen Sportarten ist wirklich lang. Es kommen auch immer wieder neue Trendsportarten hinzu, wie zum Beispiel das Stand Up Paddling, kurz SUP, genannt. Dabei steht man auf einem speziellen Surfboard und bewegt sich mit Hilfe eines Paddels vorwärts. Könnte ich durchaus einmal ausprobieren.

Doch für mich gibt eine noch viel gemütlichere und weniger anstrengende Variante, den See kennenzulernen: Ich mache eine Schifffahrt mit der MS Podersdorf 2.

 

Schifffahrt am Neusiedler See

 

Es wird eine Fahrt in den Sonnenuntergang. Noch versuchen die Surfer auf ihren Brettern zu bleiben um über den See zu brettern, Segler lassen sich von Windböen in ihren Heimathafen tragen, während die Kitesurfer ihre letzten Energiereserven nutzen und sich noch einmal vom Wind herumwirbeln lassen. Langsam verschwindet die Sonne hinter dem Horizont und bietet mir einen kitschigen und wunderschönen Sonnenuntergang.

 

Bootsfahrt am Neusiedlersee

 

Gibt es noch weitere Möglichkeiten den Neusiedler See zu erkunden? Voilà, da wären: Das Fahrrad, die Pferdekutsche oder zu Fuß. Eine Umrundung des Neusiedler Sees mit dem Fahrrad gehört neben dem Donauradweg zu den beliebtesten Radfahrerstrecken in Österreich. Um einiges gemütlicher ist eine Fahrt mit der Pferdekutsche.

Von Podersdorf aus kommt man Richtung Süden kutschierend an einem Gehege mit Mangalitzaschweinen vorbei. Diese Schweine sehen aus wie eine Mischung aus Schwein und Schaf. Wie wild beackern sie den Boden und versuchen, die besten Wurzeln und Knollen zu finden. Wenige Kilometer weiter wird einem die Möglichkeit gegeben, die Produkte dieses Wollschweins zu verkosten. Die Schmalz- und Speckbrote schmecken saugut!

 

Speckbrot

 

Eine etwas ungewöhnliche und herausfordernde Art ist es, den See zu Fuß zu umrunden. Ich habe es probiert und von den 120 km die Hälfte geschafft. Winterlich kalt war es, der See fast zugefroren, der Wind pfiff, die Störche waren hoffentlich schon lange in Afrika angekommen. Da traf ich mich mit 800 Gleichgesinnten und ging einen Schritt nach den anderen, von Oggau nach Rust nach Mörbisch nach Fertörákos nach Balf nach Hidegseg nach Apetlon. Dann ging mir die Kraft aus.

 

Winterwanderung am Neusiedler See

 

Mit einer dünnen Eis- und Schneeschicht lag er da, der Neusiedler See, kalt und abweisend. Und doch herrschte eine ganz besondere Atmosphäre, ein bisschen mystisch und sehr einzigartig.

Zumindest weiß ich jetzt, mit fast erfrorener Nasenspitze, dass der Neusiedler See das ganze Jahr über ein perfektes Ausflugsziel mit ganz besonderen und abwechslungsreichen Momenten ist.

Text und Fotos: Gudrun Krinzinger

Gudrun Krinzinger

Ein besonderes Erlebnis war die Schifffahrt auf dem Neusiedler See. Langsam verschwand die Sonne hinter dem Horizont und bietete mir einen kitschigen und wunderschönen Sonnenuntergang.

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